Muttertier vs. Pubertier und andere Geschichten vom Großwerden

Warum das Leben 1.0 manchmal spannender ist als ein Blogartikel. Wie ich Loslassen übe (und es tatsächlich überlebe genieße). Wie du eine blumige Tischdeko mit ein paar Handgriffen selbst herstellst.
Nach dem Osterwochenende hatte ich alle Hände voll zu tun mit der Vorbereitung der Jugendweihe unseres jüngsten Helden. Ich habe die Party für 100 Leute organisiert. Nein, unsere eigene Familie machte dabei den kleinsten Teil aus – wir haben zusammen mit den Freunden meines Sohnes und deren Familien gefeiert und konnten so den Kindern jungen Erwachsenen einen wirklich unvergesslichen Tag schenken. Mit Abholservice in der Limousine, DJ und Partybuffett.
Partybuffett
Und ja, man sollte ein kleines Zeitfenster für eine solche Organisation parat haben. Und ein Homeoffice mit Sekretärin würde ich für das nächste Mal auch begrüßen.
Party feiern

Die Tischdeko habe ich dann am Abend vorher noch fix selbst gemacht mit Blumen aus dem Supermarkt. Man kann ja nicht an alles denken…
Blumengesteck DIY

1.Steckschaum für Nassgestecke passend für das Gefäß zuschneiden. Dazu drücke ich das Gefäß einmal in den Schaumblock (gibts im Blumenfachhandel und in Bastelgeschäften). So hat man direkt die passende Form vorgestanzt.Blumengesteck

2. Dann schneide ich mit dem Messer vorsichtig die Form aus. Kleinere Ecken und Kanten stückweise anpassen. Blumendeko für den Tisch

3. Mit einem Essstäbchen Löcher gleichmäßig verteilt in den Schaum stechen. Dann halten die Blumen nachher besser und man bricht nicht versehentlich die Stiele ab.Blumentischdeko mit Rosen
4. Nun die Blütenstiele und das Blattgrün auf passende Länge kürzen und von der Mitte her nach außen in die vorbereiteten Löchen stecken. Dann mit Wasser auffüllen bis sich der Steckschaumkomplett vollgesogen hat und in der Schale noch ein kleiner Wasserrand zu sehen ist. Fertig!
Rosengesteck selbst machenUnd während nun der frisch gebackene „Erwachsene“ noch ein bisschen vor sich hin pubertiert, ist es für mich gerade sehr spannend, zu erleben, wie mein Großer innerhalb weniger Monate wirklich flügge wird, sein Leben mehr und mehr alleine plant, organisiert und das richtig klasse hinbekommt. Wie jede Mutter, möchte ich natürlich am Liebsten, dass meine Söhne das Leben möglichst wenig anstrengend und leidvoll, sondern als das schönste Geschenk ever für sich wahrnehmen können. Soweit zur Theorie. Dabei vergessen wir Mamas eben auch manchmal, dass das Beste, was wir unseren Kindern mitgeben können, vor allem eines ist: Ihnen das Leben zuzumuten.

Ich übe das gerade. Nachdem ich versucht habe, ihnen trotz einiger Turbulenzen eine behütete und unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen, müssen sie sich nun nach und nach selber behaupten. Der Große muss erste Verträge abschließen, bei denen einem als Mutter die Haare zu Berge stehen, auch wenn das „Kind“ schon volljährig ist? Ich würde am liebsten selbst mitgehen und da mal Klartext reden. Tu ich natürlich nicht. Ich übe ja.

Der Kleine muss sich sein erstes Schulpraktikum organisieren und kommt nicht aus dem Knick? Ich würde am liebsten losgehen und ihm eins besorgen, damit er am Ende nicht dasteht und die Straße vor der Schule kehren muss. Tu ich natürlich nicht. Ich übe ja.

Der Große neigt dazu, sein Zeitkontingent chronisch zu überschätzen und ist ständig müde? Ich mache mir Sorgen und hätte aus eigener Erfahrung ein paar gute Tipps, wie das besser zu regeln geht. Vergiss es, Mutter! Du übst!

Keine sauberen Unterhosen mehr im Schrank des Pubertiers, weil sie sich zu einem spontanen Flashmob unterm Bett verabredet haben? Alle? Jawoll, alle. So what, ich laufe nicht mehr und sammle verstaubte Buxen ein. Dann geht es eben ohne Unterwäsche zur Schule oder, wie ich zu meinen Schülern immer sage: Finde eine Lösung! Ich übe. Es ist nicht leicht. Ich leide oft. Zum Ausgleich muss ich jetzt oft ein bisschen im Garten werkeln oder ein Buch lesen oder einfach mit einem Prosecco einer Rhabarberschorle auf der Terrasse sitzen. Sehr gewöhnungsbedürftig. Aber ich werde das schon schaffen, was meint ihr?

Dennoch, so ein bisschen rückfällig werde ich schon manchmal. Aber ich glaube, das ist legitim. In den letzten beiden Monaten steckte unser Großer in den Abiturprüfungen und nun – voilà – ist der Abiturient fertig gestellt.
Mit einem super Ergebnis! Ich freue mich so darüber.
Mein Anteil lag hauptsächlich im Zubereiten von genügend Nahrung. 😉 Ich habe versucht einen gesunden Kompromiss zwischen „gut fürs Hirn“ und „gut für die Seele“ zu finden.

healthy food

Ich glaube nicht, dass das irgendwie dazu beigetragen hat, dass aus dem sechsjährigen Schulanfänger und kleinen HansguckindieLuft ein junger Mann mit einem ziemlich guten Selbstmanagement geworden ist. Aber, dass er die letzten Wochen genug Energie hatte, um sein Pensum zu schaffen, dazu vielleicht ein kleines bisschen… Doch lest selbst:gesundes Frühstück

HackfleischeckenNebenbei hat sich der Abiturient in den vergangenen Monaten nämlich noch einem Bewerbungsmarathon gestellt, der seinesgleichen sucht. Vielleicht sehe ich das aber auch nur so, weil zu meiner Zeit eine Bewerbung darin bestand, ein paar davon zu schreiben, eingeladen zu werden zu einem Gespräch und anschließend einen Vertrag zu unterschreiben.

Heute geht das so: Man schreibt zwischen 20 und 100 Bewerbungen, je nach Berufswunsch, und wird auch eingeladen. Erst zum Assessement, dann zum Praxistest, dann zum Gespräch. Wenn man es dann von 100 Bewerbern bis dahin geschafft hat und nur noch drei weitere Kandidaten auch, erhöht sich die Chance signifikant, dass man dann bald vier Wochen unentgeltlich zum Probearbeiten kommen darf zwischen den Abiturprüfungen. Toll! Die künftige Ausbildungsfirma möchte ihren Azubi gut kennenlernen! Ein Geschenk! Und die Spannung steigt. Man hält sich dann nur noch, wie vom potentiellen künftigen Arbeitgeber gefordert, den angekündigten Tag frei von lästigen Terminen, an dem man zu einem letzten Gespräch kommen soll.

Von da an kümmert man sich am Besten schon mal um ein FSJ oder so was, alternativ vielleicht auch Work & Travel oder ein Langzeitpraktikum für das kommende Jahr, gerne wieder unentgeltlich, um noch ein bisschen Lebenserfahrung zu sammeln. Man hört nämlich nichts mehr von der Firma. So und ähnlich hat es sich mehrfach zugetragen.

Sohn hat viele Stunden auf Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen verbracht in den letzten Wochen. Er rechnet noch immer fest mit einem Ausbildungsvertrag rechtzeitig vor Ausbildungsbeginn am 1. August. Ein paar Eisen liegen ja noch im Feuer. Und irgendwie muss er ja auch noch eine Wohnung finden. Und umziehen. Wenn er dann weiß, in welcher Stadt Deutschlands die Wohnung liegen müsste. Ja, und da ist er wieder, der Muttertier-Instinkt. Doch so ist das Leben. Ich mute es ihm einfach mal zu und dafür ist er gerade sehr dankbar, glaube ich.

Und wenn es völlig unerwartet doch nichts mehr werden sollte mit einer Ausbildung? Im Moment jobbt er bei einem Paketauslieferungsunternehmen seiner Wahl. Die haben ihn echt gerne genommen. Weil er einen Führerschein und ein gutes Abitur hat. Und – ganz wichtig – er muss nicht mal mein Auto dafür benutzen. Toll, oder?

 

         Entspannte Grüße,

Bettina

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